Marvel's M.O.D.O.K. und das MCU
Die kurze Antwort: Nein, die Serie gehört nicht zur Handlung der Kinofilme. M.O.D.O.K. spielt in einem eigenen Universum, in dem die Avengers zwar existieren, aber nur als Witzfiguren am Rand auftauchen. Keine Szene wird später in einem Film oder einer Disney-Plus-Serie aufgegriffen. Du brauchst also weder Vorwissen noch eine bestimmte Position in deinem Marathon.
Dass die Serie trotzdem auf vielen Listen steht, liegt an ihrer Herkunft. Sie entstand in einer Phase, in der Marvel mehrere Serien für ein erwachsenes Publikum produzieren ließ, meist für den Streamingdienst Hulu. Dazu gehören auch Helstrom, eine düstere Horrorserie, und Marvel's Hit-Monkey, ein blutiges Animationsabenteuer um einen Affen auf Rachefeldzug. Zusammen bilden die drei eine kleine Ecke des Marvel-Fernsehens, die man getrennt von allem anderen genießen kann.
Wer ist M.O.D.O.K.?
Der Name steht im Original für Mental Organism Designed Only for Killing. Gemeint ist George Tarleton, ein Wissenschaftler mit riesigem Kopf, winzigen Gliedmaßen und einem schwebenden Stuhl. Er führt die Verbrecherorganisation A.I.M. und träumt seit Jahren von der Weltherrschaft. Die Serie nimmt dieses absurde Bild ernst genug, um daraus echte Figurenkomik zu machen.
Worum es in der Serie geht
Für George läuft gerade alles schief. A.I.M. ist pleite und wird von einem Tech-Konzern geschluckt, dessen junger Chef Austin Van Der Sleet alles mit Start-up-Sprache überzieht. Gleichzeitig will seine Frau Jodie die Ehe beenden, und seine Kinder Melissa und Lou haben ganz eigene Sorgen. Der Superschurke steckt mitten in einer Midlife-Crisis.
Die Folgen schwanken zwischen Familiensitcom und wilder Science-Fiction. Mal geht es um Ehekrach und Teenagersorgen, mal um Zeitreisen und Intrigen unter Superschurken. Dazwischen stecken unzählige Anspielungen auf Marvel-Comics, die vor allem langjährige Leser freuen. Comicwissen ist aber keine Voraussetzung, denn die Familie Tarleton funktioniert auch ohne jede Vorkenntnis. Wichtig zu wissen: Der Humor ist derb und manchmal sehr blutig, die Serie ist klar für Erwachsene gemacht.
Stop-Motion und Stimmen
Optisch fällt die Serie sofort auf. Sie ist in Stop-Motion animiert, mit Puppen, die Bild für Bild bewegt werden. Das gibt ihr den Charme einer Spielzeugkiste, in der alles schiefgehen darf. Explosionen, Monster und Raumschiffe wirken dadurch absichtlich ein wenig handgemacht, was perfekt zum Ton passt. Wer Stop-Motion-Komödien für Erwachsene mag, fühlt sich hier sofort zu Hause, auch ohne einen einzigen Marvel-Film gesehen zu haben.
Patton Oswalt spricht M.O.D.O.K. und hat die Serie zusammen mit Jordan Blum entwickelt. Aimee Garcia leiht Jodie ihre Stimme, Melissa Fumero spricht Tochter Melissa und Ben Schwartz Sohn Lou. Wendi McLendon-Covey ist als Monica Rappaccini zu hören, die ehrgeizige Wissenschaftlerin von A.I.M., Beck Bennett als Austin Van Der Sleet.
Folgen, Länge und Streaming
Marvel's M.O.D.O.K. hat eine Staffel mit zehn Folgen von rund 25 Minuten. Die ganze Serie dauert also etwa vier Stunden und passt gut an einen faulen Sonntag. Sie erschien am 21. Mai 2021 und ist in Deutschland bei Disney Plus verfügbar. Eine Fortsetzung kam nicht zustande.
Wenn du nach weiteren Serien abseits der Hauptwelt suchst, hilft dir unsere Marvel Serien Reihenfolge, in der wir solche Titel gesondert kennzeichnen. Für die großen Brocken des MCU teilt dir der Marathon-Plan die Zeit auf.